Rose aus die Chroniken der Grenzlande. Eine Dark UrbanFantasy Reihe von Johannes Freitag

Rose schüttelte den Kopf und sprang behände auf. Ein tolles Gefühl.
Sie nahm die Verfolgung auf.
»Jetzt mach mal halblang, mein gefiederter Freund. Wo ist Kargstein überhaupt? Wie kommen wir dahin? Wie lange dauert die Reise? Woher kennst du meinen Namen? Was ist das hier für eine Welt? Und wann hast du denn erfahren, dass dieser Magier tot ist?«
»Na komm, der Weg ist immer der Nase nach, also deiner, da ich ja keine habe. Ich erzähle dir unterwegs alles, was du wissen musst.«
Die Landschaft wurde etwas hügeliger und nach einer kurzen Weile, oder auch zweien, hatten sie tatsächlich eine Straße erreicht. Es war eine breite ausgetretene Straße, die Fahrrinnen hatte. Sie hatte schon gedacht, dass es hier an diesem Ort keinerlei Straßen gäbe.
»Wie wir dahinkommen? Na ja, ich werde fliegen, du wirst wohl laufen müssen. Wie lange wir unterwegs sind? Das hängt ganz von dir ab.«
»Wie meinst du das?«
»Wenn du andauernd anhältst, um mir Fragen zu stellen, oder die Gegend betrachtest, dauert es halt länger.«
Auf den Schnabel gefallen war er ja nicht.
»Woher ich deinen Namen kenne? Überleg doch mal.«
»Na ja, du bist ein magisches Wesen, immerhin kannst du ja sprechen, das können nicht alle Tiere, oder?«

 

Die Sonne hatte ihren Zenit überschritten und war am Sinken.
Die Schatten wurden länger.
Rose hatte den Eindruck, dass die Zeit hier langsamer lief als in ihrer Welt. Sie hatte vor Kurzem einen Artikel darüber gelesen, warum einem die Sommer aus der Kindheit so lang vorkamen, so unendlich lang. Und je älter man wurde, desto schneller schien die Zeit zu laufen.
Die Erklärung war einfach und logisch, wenn auch total unromantisch. Es hatte etwas mit neuen Eindrücken zu tun, und dass neue Dinge gerade von Kindern anders und langsamer wahrgenommen werden. Je älter man wurde, desto mehr Wiederholungen erlebte man, die Magie verblasste und die Zeit lief wieder normal für einen.
Forschung war so emotionslos und trocken. Forscher sahen das bestimmt anders. Sie nahm sich vor, mit einem Forscher darüber zu reden, wenn sie die Gelegenheit bekam.
Sie erfreute sich an den Schmetterlingen, die um sie herum über das Gras tanzten, und genoss diese endlose Weite der Natur. Und dass sie noch keiner Menschenseele begegnet waren. Diese Ruhe. Einfach herrlich!
Der Rabe hielt an einer Kreuzung inne und setzte sich auf einen Wegweiser aus verwittertem Holz. Aber die Namen der Orte waren immer noch gut lesbar. Die Zeichen wirkten frischer und neuer als das Holz. Aber sie ergaben für Rose keinen Sinn, sie konnte nicht lesen, was da stand.
»Wir müssen da lang, nach Kargstein. Wenn du nicht weiter so rumtrödelst nach der Pause, schaffen wir es noch am Abend zu einem Gasthaus. Mit Glück schaffen wir morgen dann den Rest.«
Er blickte nach rechts.
»Danke für die Information. Beantwortest du eigentlich noch meine Fragen?«