Von der Idee …

Wie schon an anderer Stelle zuvor mal kurz angerissen, hier die ausführlichere Version wie ich auf die Idee kam zu schreiben.

Es war Herbst und windig und die Dämmerung brach herein, das Kind schlief friedlich, aber das tat es immer. Wir hatten zu Abend gegessen und saßen auf der Couch, Business as usual sozusagen. Feierabend, wir erzählten uns von unserem Tag, was man halt so tut.

Aber ich war unruhig. Irgendetwas nagte an mir, und ich hatte keine Idee was es war. Und das ist schon ziemlich ungewöhnlich für mich. Entweder bin ich die Ruhe selbst, oder ich weiß zumindest ansatzweise was mich beschäftigt. Aber an diesem Abend war es anders. Nach einer halben Stunde oder so hielt ich es nicht mehr aus und sagte meiner Frau das ich spazieren gehe.

“Du willst jetzt noch raus? Bei dem Wetter?”

Ja wollte ich.

Musste ich.

Ich hatte die Hoffnung das der Hamburger Wind mir Klarheit bringt, oder mir die Unruhe aus dem Kopf blasen würde. Und ich hatte ja keine Angst im dunkeln.

Damals.

Also ging ich raus, heute kann ich euch nicht mehr sagen ob es eine Stunde war, oder zwei die ich ziellos durch die Gegend streifte, aber der Wind brachte mir Klarheit. Ich hatte diese Idee. Ideen sind nicht ungewöhnlich für mich. Ich habe viele Ideen, ziemlich oft und auch ziemlich verrückte. Aber diese hier war anders. Warum weiß ich bis heute nicht. Vielleicht lag es an der der Musik die ich unterwegs hörte? Aber das ist eine andere Geschichte.

Meine Vermutung ist das ich immer noch erbost darüber war das Ernest Cline Armada geschrieben hatte. Nein ich finde das Buch nicht schlecht. Aber meine Idee dazu war besser gewesen. Ja Ernest Cline hat sich wohl in meine Träume geschlichen und sich meine Idee als vielversprechend geholt.

Eine andere Möglichkeit gibt es ja gar nicht, oder?

Ich fand den Film the Last Starfighter damals einfach klasse und natürlich auch das Buch. Es war eine tolle Geschichte. Einige werden jetzt sagen ich hätte nicht nur seltsame Ideen, sondern auch einen seltsamen Geschmack, aber ich verzeihe euch. Und irgendwann vor dieser besagten Nacht und bevor Armada rauskam hatte ich die Idee eine Fortsetzung dazu zu schreiben, oder irgendwas was darauf aufbaut. Nun war es so das ich damals noch nicht so ambitioniert war wie heute und mir alle möglichen Ideen sofort aufschreibe oder diktiere und das meinst so diffus das ich drei Stunden später nichts mehr damit anfangen kann. Aber diese Story schlummerte in meinem Kopf und gärte so vor sich hin.

Dann kam Armada und änderte alles. Ich war sauer. Natürlich kaufte ich das Buch und fing auch sofort an zu lesen. Immerhin hatte er mit Ready Player One ein sagenhaft tolles Buch abgeliefert, welches ich geradezu verschlungen habe. Als ich dann hörte das es verfilmt wurde sagte ich mir, das kann nichts werden. Als dann rauskam das es Steven Spielberg machen würde dachte ich mir wenn einer dann er. Und der Film war ja auch gar nicht so schlecht. Aber nichts geht über das Buch, das ja meistens so.

Aber ich schweife ab, sorry das passiert manchmal. Aber macht auch nicht das gerade einen (guten) Geschichtenerzähler aus? Das Buch war gut, es war ziemlich so wie ich mir die Geschichte vorgestellt habe, Sch … wie viele Paralellen das waren. Okay das Ende hat mir jetzt nicht so gefallen, aber da hatte ich auch noch keine schnittige Idee zu gehabt.

Irgendwann im laufe der Zeit musste ich mir wohl eingestanden haben das die Wahrscheinlichkeit das Ernest Cline sich meiner Ideen im Traum bemächtigt hatte etwas weit hergeholt war. Nur ein bisschen. Aber immerhin hatte ich die selbe gute Idee wie ein erfolgreicher Schriftsteller gehabt. Cool, oder? Trotz aller meiner verrückten Ideen fing ich nicht an rumzulaufen und zu behaupten das ich Schriftsteller werden wolle. Ich dachte es nicht mal so bewusst für mich. Was mein Unterbewusstsein allerdings damit anstellte, das weiß ich logischerweise nicht.

Auch als ich mit der Idee nach Hause kam stand der Entschluss noch nicht fest. Aber ich machte mir an dem Abend und an den folgenden noch reichlich Notizen und fing an ein paar Abrisse zu schreiben. Und so ging es mir an vielen Abenden die folgten. Und dann war mir klar das es eine richtige Geschichte werden kann, weil sie immer größer und klarer wurde. Wie groß das alles werden würde, ich hatte ja keine Ahnung …

… to be continued …