Schattenspiele

Ein weiterer kurzer Text der in der Protastikchallenge entstand, viel Spaß bei den Schattenspielen.

Die Dämmerung bricht langsam ein, es wird dunkler. Ich blicke nur kurz von der Tastatur auf und schaue aus dem Fenster, weil ich aus den Augenwinkeln bemerkte das die Straßenlaternen angehen und die Schatten länger werden. Ja die Schatten, meine Nemesis seit Jahren. Was sind die Schatten? Der Schatten? Die Schatten? Was ist Schatten? Die Schatten scheinen nebelgleich aufzuwallen, sich zu verdichten. Als strömten sie auf mich zu. Ich sitze eindeutig zu viel vor der Tastatur und bekomme zu wenig Schlaf. Aber es ist immer noch zu wenig. Ich muss endlich fertig werden. Müde reibe ich mir die Augen. Immerhin können sie nicht durchs Fenster, denke ich mir schmunzelnd.

„Das denkst auch nur du.“ Höre ich noch ein Flüstern als die Schatten durch das Fenster strömen und mich umhüllen. Alles um mich herum ist eine wabernde pulsierende Dunkelheit. Ich kann mich nicht rühren. Schatten umschließt mich wie unsichtbare Fesseln.

„Du solltest wissen was ich bin, was wir sind“, flüstert es in mein Ohr. Ich bekomme Gänsehaut. „Und du solltest wissen das ich mich nicht einfach in Wohlgefallen auflösen werde.“

„Ja, ab …“

„Schatten ist.“

„Ja, aber am Ende der Traumtrilogie wirst du besiegt“, widerspreche ich trotzig.

Das Lachen, welches mich daraufhin umgibt, ist schlimmer als das am Ende von Thriller, oder das beim alten John Sinclair Intro. Alleine nur weil es echt ist. Weil es Schatten ist. Schatten ist.

„Ah, verstehst du es endlich erbärmlicher Tastendrücker? Also glaub ja nicht das ich mich mit so einem faden Ende Zufrieden gebe? Ich bin Schatten“, donnerte es im meinen Ohren. „Über all die Jahre habe ich gewartet, geplant, manipuliert und dann sowas? Das ist selbst für dein Niveau zu erbärmlich.“

„Na ja, also ich finde es schlüssig und es ist …“

„Armselig“ hallt es bestimmend durch den Raum.

„Aber ich bin so gut wie fertig, es hat es viel länger gedauert als ich wollte und jetzt ist es rund, ich habe alle Fäden beisammen, die Logiklöcher gestopft. Der Soundtrack wird wieder großartig …“

„Armes Menschlein, ich werde dir zeigen was wahre größe ist“, säuselte es fast liebevoll in mein Ohr. Die Dunkelheit nimmt zu und der Druck der Schatten wird stärker. Wie kann Schatten drückend sein? Ich verspüre ein Kitzeln in der Nase und in den Ohren. Ich kann wieder sehen, aber es ist immer noch dunkel. Aber es fühlt sich nicht bedrohlich an, was ist nur los mit mir? Vielleicht sollte ich wirklich mehr schlafen. Und da sind die Schatten. Ganz ruhig und friedlich, kein bisschen bedrohlich. Alter Spinner schelte ich mich selbst.

Schatten ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert